Lebenslauf

Anton Friedrich Harald BIERL

Ordinarius für Griechische Philologie, Universität Basel
Vorsteher des ‘Seminars für Klassische Philologie’
(vgl. http://klaphil.unibas.ch/seminar/personen/bierl-anton/)
Senior Fellow of Harvard University’s Center for Hellenic Studies (2005–2011)
Member of the Institute for Advanced Study, Princeton 2010/11

  • 11.3.1960 geboren in München, als zweites Kind des Richters am Bayerischen Obersten Landesgericht a. D. Anton Franz–Xaver Bierl und seiner Ehefrau Christine Walburga Bierl, geb. Reiser

  • Staatsangehörigkeit deutsch
  • 1966–70 Grundschule an der Feldbergstraße in München–Trudering
  • 1970–79 Humanistisches Gymnasium: Wilhelmsgymnasium, München; Abitur mit Abschlußnote (1,2); Leistungskurse: Griechisch und Englisch
  • 1979–80 15–monatiger Wehrdienst in einer Sanitätseinheit der Bundeswehr in Murnau, Oberbayern
  • 1980–86 Studium der Klassischen Philologie und Geschichte in München und Urbino
  • 1987–90 Promotionsstudium in München
  • 1990–91 Postdoctoral Research Associate an der University of Illinois at Urbana–Champaign (USA)
  • Okt. 1991–Jan. 94 Assistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Leipzig (Gräzistik)
  • 2.8.1993 Heirat mit der promovierten Physikerin Judith M. Habazettl, geb. am 11.12.1961 in Forchheim
  • Feb. 1994–Jan. 96 DFG–Habilitationsstipendium: Aufenthalt als Gastwissenschaftler an der Harvard University (USA)
  • Feb. 1996–Sept. 99 Assistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Leipzig (Gräzistik)
  • 17.8.1996 Geburt unserer Zwillinge Josephina und Maura Bierl in Leipzig
  • 1999 Habilitation in Klassischer Philologie, Universität Leipzig
  • Okt. 1999–März 2000 Vertretung der gräzistischen Professur an der Universität Heidelberg
  • Apr. 2000–Sept. 2002 Oberassistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Leipzig
  • April–Juli 2001 Vertretung der gräzistischen Professur an der Universität Heidelberg
  • seit Okt. 2002 Ordinarius für griechische Philologie an der Universität Basel

Wissenschaftlicher Werdegang

Studium:

  • 1980–86 Studium der Klassischen Philologie und Geschichtean der Ludwig–Maximilians–Universität München
  • 1982–83 Auslandsstudienjahr am Istituto di Filologia Classica bei Bruno Gentili an der Università degli Studi di Urbino (Italien): Teilnahme an Seminaren und Übungen mit der Ablegung von Prüfungen in italienischer Sprache
  • 1987–90 Promotionsstudium in den Fächern Griechisch, Latein und Alte Geschichte an der Ludwig–Maximilians–Universität München

Abschlüsse:

  • Erstes Staatsexamen für das Lehramt am Gymnasium (Bundesland Bayern) in Griechisch und Latein (Note: 1,94), Ausstellungsdatum 15.12.1986
  • Magister Artium an der Ludwig–Maximilians–Universität München, Hauptfach: Griechisch, Nebenfächer: Latein und Alte Geschichte (Note: 1,5), Ausstellungsdatum 16.2.1987
  • Promotion an der Ludwig–Maximilians–Universität München; Rigorosum 30.7.1990), Hauptfach: Griechisch, Nebenfächer: Latein und Alte Geschichte, Gesamtleistung: summa cum laude (0,5), Ausstellungsdatum 30.9.1991
  • Habilitation in Klassischer Philologie an der Universität Leipzig, Ausstellungsdatum 7.6.1999      

Akademische Lehrer:

  • Dieter Bremer, Giovanni Comotti, Siegmar Döpp, Hellmut Flashar, Bruno Gentili, Uvo Hölscher, Niklas Holzberg, Christian Meier, Franca Perusino, Wilfried Stroh, Werner Suerbaum, Ernst Vogt, Paul Zanker

Dissertation:

  • “Dionysos und die griechische Tragödie. Politische und ‘metatheatralische’ Aspekte im Text” (unter der Leitung und Betreuung von Hellmut Flashar, München) (erschienen 1991 im G. Narr–Verlag, Tübingen)

Habilitationsschrift:

  • “Der Chor in der Alten Komödie. Ritual und Performativität (unter besonderer Berücksichtigung von Aristophanes’ Thesmophoriazusen und der Phalloslieder fr. 851 PMG)” (erschienen im Nov. 2000 in der Reihe BzA bei K. G. Saur (ehemals Teubner))

Nach dem Abschluß der Promotion:

  • Sept. 1990–Aug. 91 Postdoctoral Research Associate an der University of Illinois at Urbana–Champaign (USA); vorrangige Aufgabe dieser Tätigkeit war die Edition von Briefen des Klassischen Philologen Ulrich von Wilamowitz–Moellendorff
  • Okt. 1991–Jan. 94 Assistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Leipzig am Lehrstuhl für Gräzistik
  • Feb. 1994–Jan. 96 DFG–Habilitationsstipendium: Aufenthalt als Gastwissenschaftler an der Harvard University (USA)
  • Feb. 1996–Sept. 99 Assistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Leipzig
  • Mai/Juni 1999 Beendigung des Habilitationsverfahrens und Erteilung der venia legendi
  • Okt. 1999–März 2000 Vertretung des gräzistischen Lehrstuhls an der Universität Heidelberg
  • April 2000–Sept. 2002 Oberassistent am Institut für Klassische Philologie der Universität Leipzig
  • April–Juli 2001 Vertretung des gräzistischen Lehrstuhls an der Universität Heidelberg
  • seit Okt. 2002 Ordinarius für Griechische Philologie (Vorsteher) an der Universität Basel

Forschungsschwerpunkte:

  • Literatur: das griechische Drama; Homer; die frühgriechische Lyrik; der antike Roman
  • die vorsokratische Philosophie
  • die griechische Religion: Mythos und Ritual; bes. Dionysos; die Interdependenz von Literatur und Religion
  • Chor– und Liedkultur
  • Rezeptions– und Wissenschaftsgeschichte (insbesondere des 19. und 20. Jahrhunderts); moderne Inszenierungen antiker Dramen
  • Interdisziplinäre Interessen (anthropologische, kulturwissenschaftlich–komparatistische und literaturtheoretische Fragestellungen) (u. a. Metatheatralität, Mündlichkeit, Performativität, Ritualität, Intertextualität, Erzähltheorie)

Herausgebertätigkeit:

Stipendien und Auszeichnungen:

  • 1980–86 Bayerisches Begabtenstipendium
  • 1987–89 Doktoranden-Stipendium nach dem Bayerischen Gesetz zur Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses
  • 1990 Druckkostenzuschuß der VG WORT für die Dissertation
  • Feb. 1994–Feb. 96 DFG-Habilitationsstipendium
  • Aug. 1999 Bewilligung einer pauschalen Beihilfe von der DFG für den Druck der Habilitationsschrift
  • Sept. 2010–Aug. 2011 Mitglied des Institute for Advanced Study, Princeton
  • 2010/11 Gerda Henkel Fellowship 2010/11 für das IAS/Princeton

Lehrstuhlvertretung

  • Okt. 1999–März 2000 Vertretung des Lehrstuhls (C 4) von G. Most in Heidelberg
  • April –Juli 2001 Vertretung des Lehrstuhls (C 4) von G. Most in Heidelberg

Lehrstuhl:

  • seit 1. Okt. 2002 Ordinarius für griechische Philologie an der Universität Basel

Wissenschaftsorganisation:

Service für die Wissenschaft:

  • Expertisen und Gutachtentätigkeit
    Für Deutsche Forschungsgesellschaft DFG, Schweizer Nationalfonds SNF, Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften SAGW, Alexander von Humboldt Stiftung, Österreichischer Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF), Österreichische Akademie der Wissenschaften
    NIAS Netherlands Institute for Advanced Study - Royal Netherlands Academy, Das Freiburg Institute for Advanced Studies FRIAS
  • Habilgutachten im deutschsprachigen System, Vergleichsgutachten bei Berufungen
  • Tenure-Gutachten, Evaluationen zur Beförderung: Griechenland über Apella, USA, CNRS Frankreich
  • Landesweite Publikationsbeurteilungen in der Klass. Philologie für Italien (CINECA)
  • Referee / peer reviews für diverse Fachzeitschriften: u.a. Anzeiger, Philologus, HSCP, TAPA, CP, CQ, Athenaeum, Listy filologické, Mnemosyne, Antichthon, Skenè
  • Präsident des External Evaluation Committee (EEC) des Master-Studiengangs “Digital Drama and Theatre in the Study of Ancient Greek Culture”, Open University of Cyprus, Site Visit, Nicosia 4./5. Nov. 2019

Gründung einer wiss. Reihe:

  • MythosEikonPoiesis, Berlin/Boston: Walter de Gruyter

Öffentlichkeitsarbeit und Aktivitäten:

  • Initiative und Gründung eines griechischen Schülerwettbewerbs “Matheton Agon” (seit 2004)
  • Beteiligung mit dem Homer-Kommentar an der öffentlichen Lesung zu Homers Ilias im Rahmen des Festivals Européen Latin Grec; Basel, Innenhof des Rathauses, Marktplatz 9 (22. März 2019)
  • Beteiligung mit dem Homer-Kommentar an der Ausstellung “Homer, Ilias und Basel – Der älteste Dichter im Zentrum der Basler Forschung” (Universitätsbibliothek Basel, 21. März -31. Mai 2019)
  • Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung “Homer, Ilias und Basel – Der älteste Dichter im Zentrum der Basler Forschung” öffentlicher Abendvortrag zu Homer in Basel: Entwicklungslinien und Meilensteine in der gräzistischen Homerforschung an und im Umfeld unserer Alma Mater (21. März 2019)

Drittmitteleinwerbung:

Selbstverwaltung:

  • im jährlichen Turnus geschäftsführender Direktor des Seminars für Klassische Philologie an der Universität Basel (seit 2007 ständig–2010/11)
  • Gremien– und Kommissionsarbeit
  • Arbeit an der Umsetzung der Reform der Studienpläne mit BA/MA–Abschlüssen nach der Deklaration von Bologna
  • Unterrichtskommission in den Altertumswissenschaften (seit April 2007 Präsident–2010) sowie in der Religionswissenschaft (seit 2005)
  • Berufungskommission anglistische, anglistisch–germanistische und italienische Sprachwissenschaft (2004/5); Berufungskommissionen für Klass. Archäologie, Alte Geschichte und englische Literaturwissenschaft (2006/7); Berufungskommission Islamwissenschaft (2009); Berufungskommission Medienwissenschaft (2009)
  • Regenzkommission für die Förderung des akademischen Nachwuchses (2002–2007)
  • Strukturkommission Altertums– und Religionswissenschaften (2005/6); Strukturkommission Islamwissenschaft (2008); Strukturkommission Archäologie (2009); Strukturkommission Alte Geschichte (2009)
  • Programmkommission der SeniorenUni/SamstagsUni (2004–2006)

Schulexperte:

  • Maturexperte in Griechisch und Latein: Münsterplatz­gymnasium, Basel (seit 2003–2010); Lugano II, Bellinzona und Mendrisio (Tessin) (2003–2005)

Stiftungsmanagement:

  • Mitglied des Führungsgremiums der Vischer–Heussler–Stiftung, Basel; hierbei Initiative und Gründung eines griechischen Schülerwettbewerbs “Matheton Agon”

Mitgliedschaften in altertumswiss. Gesellschaften:

Schriftenverzeichnis:

Laufende und geplante Projekte:

  • Laufende Projekte, u. a.:

    1. Herausgabe des Basler Homerkommentars und der Übersetzung ins Englische.
    2. Buchprojekt zum antiken Roman: Youth in Fiction. Love, Myth, and Literary Sophistication in the Ancient Novel
    3. Buchprojekt: allgemeine Monographie zur griechischen choreia von Homer bis zum Drama (mehrere Kapitel sind bereits fertig).
    4. Buchprojekt über Dionysos. Biographie und Konfigurationen eines griechischen Gottes von den Anfängen bis heute.

  • Geplante Projekte:

    1. Kommentar zu einem Gesang der Ilias (10 oder 23) im Rahmen des Basler Homer–Kommentars.
    2. Kommentar zu Aristophanes’ Plutos.
    3. Studien zu den Vorsokratikern, in denen insbesondere die Verankerung der Denker in einer mythischen und von orientalischen Kulturen beeinflussten Weltsicht hervorgehoben werden soll.
    4. Buchprojekt: Am konkreten Beispiel der Alten Komödie wird der Frage nachgegangen, inwiefern sich Formen der Heilung und die Figur des gÒhw in den Handlungsstrukturen des Aristophanes widerspiegeln.
    5. Eine Studie zur prädramatischen Poetik der Tragödie.
    6. Ein Projekt zur Macht der Bilder und zum Ikonischen in der griechischen Literatur und Philosophie.
    7. Moderne Literaturtheorie und der antike Roman.