Die Basler Gräzistik blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie entstand zur Zeit der Renaissance, als die Basler Druckwerk­stätten einen wesent­lichen Beitrag zur Verbreitung altgriechischer Literatur in Europa leisteten. Im 19. Jahrhundert wurde Basel zu einem der weltweit wichtigsten Zentren gräzistischer Forschung und das internationale Renommee des Fachbereichs reicht bis in die Gegenwart. Heute zeichnet sich das Fach durch eine ausgeprägte Profilierung in der Literatur der archaischen und klassischen Zeit aus, besonders in den Bereichen des Homerischen Epos, der frühgriechischen Lyrik, des attischen Dramas. Ein weiterer Schwerpunkte liegt auf der Erforschung des antiken Romans der Kaiserzeit. Mit der Öffnung zur modernen Kulturwissenschaft  inte­griert das Fach Fragen der Anthropologie, Komparatistik, modernen Literaturtheorie und Rezeption. Zudem wird der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft und der griechi­schen Dialektolo­gie in Basel grosses Gewicht beigemessen.

Mit dem Lehrstuhl organisatorisch verbunden ist das SNF-Projekt des Basler Homer­kom­mentars der Ilias und das Ambizione-Projekt "Le théâtre grec en Italie durant l'époque républicaine", wodurch der Fachbereich neben der Leuchtturmfunktion in Sachen Homer auch eine führende Rolle in der Erforschung des antiken Theaters innehat. In der Lehre wird eine möglichst breite Ausbildung im historischen Querschnitt mit Blick auf die modernen Geisteswissenschaften angestrebt.

Auf Initiative von Prof. Anton Bierl wurde schon 2004 der von der Vischer-Heussler-Stiftung finanzierte Schülerwettbewerb Matheton Agon zur Förderung des Griechischen an der Schule gegründet. Zur Jury gehören von Anfang an Dr. Katharina Wesselmann, ehemalige Assistierende und Mitarbeiterin am Homerkommentar, und Prof. Rudolf Wachter.
Die Gräzistik ist zusammen mit der Latinistik und Alten Geschichte Teil von Hellas, das pro Semster je einen Vortrag auf dem Bereich der Klassischen Altertumswissenschaft organisiert.
Der Fachbereich ist ausserdem Mitglied des trinationalen Forschungsverbands Collegium Beatus Rhenanus. Zusammen mit den Instituten Zürich und Bern nimmt der Fachbereich am Doktoratsprogramm TuBa teil. Zudem pflegt er auf Kolloquienbasis regen Austausch mit Zürich und Freiburg i. Br.

Das Team besteht neben dem Lehrstuhlinhaber und Fachbereichsleiter Prof. Dr. Anton Bierl aus zwei wissenschaftlichen Assistierenden, derzeit Frau Dr. Valentina Luppi und Dr. Rebecca Lämmle (zur Zeit beurlaubt). Die ehemaligen Seminarmitglieder Prof. Dr. Andreas Willi (Professor in Oxford, und Basler Privatdozent) und Prof. Dr. Edzard Visser (Honorarprofessor) ergänzen unser Angebot in der Lehre.
Der bereits von Prof. Dr. Joachim Latacz (Emeritus) gegründete Homerkommentar wurde lange in Ko-Direktion, seit April 2017 vom Lehrstuhlinhaber allein geleitet. Zum derzeitigen Team gehören Dr. Marina Coray und Dr. Martha Krieter, die derzeit gemeinsam Gesang 21 kommentieren.
Leiterin des seit Otober 2017 bewilligten Ambizione-Projekts "Le théâtre grec en Italie durant l’époque républicaine" ist Frau Dr. Elodie Anne Paillard. Ihre Mitarbeiterin ist Dr. Vanessa Monteventi.
Unsere Hochschuldozentin Dr. Magdalene Stoevesandt leitet schon seit langem erfolgreiche den fakultäre Graecum-Kurs, der in zwei Semestern die Sprachgrundlagen legt.
Den Lehrstuhlinhaber unterstützen zwei Hilfsassistierende, derzeit Nathalie Reichel und Pedro García-Baró.